ICL – Implantierbare Kontaktlinsen

In vielen Alltagssituationen kann eine Brille schnell lästig werden und bei manchen Sportarten ist das Tragen einer Brille erst gar nicht möglich. Eine Möglichkeit, sogar dauerhaft seine Brille loszuwerden, bieten implantierbare Kontaktlinsen.

Implantierbare Kontaktlinsen (engl.: implantable contact lens, kurz: ICL) werden nicht wie gewöhnliche Kontaktlinsen auf der Hornhautoberfläche des Auges positioniert, sondern operativ hinter die Iris in das Auge gesetzt. Sie verbleiben dort dauerhaft und sind weder spürbar noch für andere Personen sichtbar. Bei Bedarf können sie sogar entfernt bzw. ausgetauscht werden. Eine Studie bestätigte darüber hinaus eine sehr hohe Patientenzufriedenheit: Etwa 99% der befragten Patienten würden sich wieder für eine implantierbare ICL-Linse entscheiden!

ICL-Linsen werden sowohl bei Kurz- als auch bei Weitsichtigkeit eingesetzt. 

ICL-Linsen werden bereits seit Ende der 1990er-Jahre in Deutschland implantiert. Der Eingriff wird ambulant durchgeführt und dauert nur wenige Minuten. Während des Eingriffs wird die zusammengerollte Kunstlinse über einen winzigen Schnitt zwischen Iris und der natürlichen Linse in das Auge implantiert. Im Auge entfaltet sich die weiche ICL-Linse. Anschließend wird sie im Auge korrekt positioniert. Ab nun an korrigiert die ICL-Linse, welche auch intraokulare Kontaktlinse genannt wird, die Fehlsichtigkeit, ohne dass es weiterer Hilfsmittel bedarf.

ICL-Linsen bestehen aus Collamer, ein weiches, elastisches Material, welches sich durch eine sehr gute Bio-Verträglichkeit auszeichnet. Darüber hinaus ist Collamer sehr klar und strapazierfähig. Dank des elastischen Materials hat der Träger später kein Fremdkörpergefühl im Auge. Eine seit vielen Jahren bewährte Collamer-Linse ist die EVO Visian ICL, die auch im Wilhelminenhaus implantiert wird.

Vorteile der ICL-Kontaktlinsen

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Keine trockenen Augen
Zur Korrektur der Fehlsichtigkeit muss das Hornhautgewebe nicht verändert werden. Aus diesem Grund führen implantierbare Kontaktlinsen nicht zu chronisch trockenen Augen, wie es bei anderen Verfahren der Fall sein kann.

Minimal-invasiv
Der Eingriff dauert nur einige Minuten. Nach der Behandlung heilt der winzige Schnitt innerhalb von 1 bis 2 Tagen wieder ab. Die Operation ist darüber hinaus auch für Personen mit einer besonders dünnen Hornhaut geeignet, für die eine andere Behandlungsmethode ausgeschlossen wäre.

Unsichtbar und langlebig
Wenn Sie möchten, kann die ICL-Kontaktlinse Ihr ganzes Leben im Auge bleiben – und zwar komplett für andere unsichtbar!

Hoher Tragekomfort
Die Kunstlinse ist elastisch und weich, sie fügt sich daher sehr harmonisch in das Auge ein und ist angenehm zu tragen. Es entsteht kein Fremdkörpergefühl. Darüber hinaus hat das einzigartige Material eine ausgezeichnete Verträglichkeit mit dem menschlichen Gewebe.

Reversibilität
Sollte Ihre Sehstärke mit der Zeit deutlich nachlassen, dann kann die ICL-Linse jederzeit gegen eine andere ausgetauscht werden. Sollten Sie es irgendwann wünschen, kann die ICL-Kontaktlinse auch wieder vollständig aus Ihrem Auge entfernt werden.

Für starke Fehlsichtigkeit geeignet
Starke Kurz- und Weitsichtigkeit sowie ausgeprägte Hornhautverkrümmungen lassen sich mithilfe der implantierbaren Kontaktlinsen mühelos korrigieren.

UV-Schutz
Die ICL-Linse schützt Netzhaut und Linse zuverlässig vor intensiver UV-Strahlung. Augenerkrankungen kann so vorgebeugt werden.

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Geeignete Dioptrien-Werte

Mit einer ICL-Kontaktlinse kann auch eine extreme Fehlsichtigkeit behandelt werden:

  • Bis -18 Dioptrien bei Kurzsichtigkeit
  • Bis +10 Dioptrien bei Weitsichtigkeit


Die Kunstlinsen bieten daher eine hervorragende Alternative zur Laserbehandlung für Kurz- und Weitsichtige. Zusätzlich zur Fehlsichtigkeit darf eine ausgeprägte Hornhautverkrümmung bis +6 Dioptrien bestehen!

Der Behandlungsablauf

Sollten Sie sich für die Korrektur Ihrer Fehlsichtigkeit mittels einer implementierbaren Kontaktlinse interessieren, würde der kurze Eingriff ambulant im Wilhelminenhaus Kiel erfolgen. Die einzelnen Schritte der Behandlung sind:

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Schritt 1: Eignungscheck

Vor der Behandlung wird einer unserer erfahrenen Augenärzte prüfen, ob Ihre Augen für den Einsatz von ICL-Kontaktlinsen wie z. B. der EVO Visian ICL grundsätzlich geeignet sind. Darüber hinaus werden Sie über mögliche Nebenwirkungen aufgeklärt und Sie können Fragen stellen. Am Tag vor dem kurzen Eignungscheck sollten Sie keine Kontaktlinsen tragen. Wenn Sie Brillenträger sind, bringen Sie bitte Ihren Brillenpass mit. Einen Termin können Sie jetzt telefonisch oder per E-Mail mit uns vereinbaren.

Schritt 2: Die Voruntersuchung

Fällt der Eignungscheck positiv aus und Sie entscheiden sich für die Implantation einer ICL-Linse, folgt eine eingehende, etwa 2-stündige Voruntersuchung. Vor dem Termin dürfen Sie 7 Tage keine weichen Kontaktlinsen und 14 Tage keine festen Kontaktlinsen tragen. Im Rahmen der Voruntersuchung im Wilhelminenhaus Kiel kommen verschiedene diagnostische Instrumente zum Einsatz. So wird unter anderem der Augeninnendruck und die Sehschärfe ermittelt. Des Weiteren werden die Hornhaut-Topografie und die Vorderkammertiefe bestimmt. Der Augenarzt wird darüber hinaus Ihre Augen mittels einer Spaltlampe untersuchen. Da Sie pupillenerweiternde Augentropfen während der Untersuchung erhalten werden, ist es sinnvoll, eine Begleitperson mitzubringen, die Sie nach Hause fahren kann.

Schritt 3: Der OP-Tag

Am OP-Tag essen Sie normal und nehmen Sie Ihre Medikamente wie gewohnt ein. Sie sollten jedoch auf das Tragen von Make-up, Gesichtscremes und Schmuck verzichten. Vor der Implantation erhalten Sie eine Tropfanästhesie und auf Wunsch ein leichtes Beruhigungsmittel, welches Sie in einen Dämmerzustand versetzt. Während des Eingriffs spüren Sie keine Schmerzen.

Als Nächstes macht der Operateur einen winzigen Schnitt (2 bis 3 mm) am Rand der Hornhaut. Durch die Öffnung wird die eingerollte Kontaktlinse in das Auge implantiert und anschließend zwischen Iris und der natürlichen Linse positioniert. Der winzige Schnitt muss nicht genäht werden. Die Wunde verschließt sich nach 1 bis 2 Tagen wieder von selbst. Es wird, anders als bei anderen Verfahren, kein Gewebe entfernt. Die Implantation wird ambulant im Wilhelminenhaus Kiel durchgeführt und dauert nur etwa 10 Minuten pro Auge. Sie können entscheiden, ob wir am OP-Tag nur ein Auge oder direkt beide Augen behandelt. Nach der OP sollten Sie noch für einige Tage spezielle Augentropfen verwenden. Die Augentropfen wirken entzündungshemmend und halten die Augen feucht. Ihr Operateur wird Ihnen ein Rezept ausstellen und mit Ihnen die Dauer der Einnahme besprechen.

Am Tag der Operation kann Ihre Sicht noch etwas verschwommen sein. Sie dürfen daher direkt nach der OP noch nicht selbst am Straßenverkehr teilnehmen. Ihre Sehkraft wird sich jedoch schnell verbessern und in der Regel können Sie bereits am nächsten Tag ohne Brille wieder Autofahren. Dank der ICL-Kontaktlinsen beginnt nun Ihr neues, brillenfreies Leben!

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Schritt 4: Die Nachsorge

Bei der Nachsorge geht es darum, den Heilungsprozess zu kontrollieren und mögliche Komplikationen frühzeitig diagnostizieren zu können. Im Wilhelminenhaus Kiel finden daher mehrere die Nachsorgeuntersuchungen statt. Die erste Kontrolluntersuchung findet am Tag nach der OP statt. Nach einer Woche und nach einem Monat findet jeweils eine weitere Kontrolluntersuchung statt. Eine abschließende Untersuchung findet in der Regel mehrere Monate nach dem Einsatz der implantierbaren Kontaktlinsen statt. Danach ist es zu empfehlen, dass Sie jährlich einen Termin zur Routineuntersuchung Ihrer Augen vereinbaren.

Bereit für ein leben ohne Brille?

Häufige Fragen zu ICL-Kontaktlinsen

„ICL“ steht für „implantable contact lens”, also „implantierbare Kontaktlinse“. Die implantierbaren Kontaktlinsen bestehen aus einem Material auf Kollagen-Basis, welches eine sehr gute Bio-Verträglichkeit besitzt. Der Körper stößt die Kontaktlinsen daher nicht ab. Zugleich sind die implantierbaren Kontaktlinsen weich und angenehm zu tragen. Auf Wunsch können die ICL-Linsen auch wieder komplett aus dem Auge entfernt werden. Der Eingriff ist minimalinvasiv und vollständig reversibel.

Die ICL-Linsen werden bereits seit mehr als 20 Jahren in Deutschland implantiert. Der risikoarme Eingriff wird ambulant durchgeführt und dauert nur wenige Minuten. Weltweit wurden ICL-Linsen wie die EVO Visian bereits millionenfach erfolgreich implantiert. Studien zeigen außerdem eine sehr hohe Patientenzufriedenheit nach dem Eingriff.

Ob implantierbare Kontaktlinsen für Sie infrage kommen, wird im Rahmen eines unverbindlichen Eignungschecks ermittelt. Unter anderem sollten von Ihnen die folgenden Voraussetzungen erfüllen werden:

  • Alter zwischen 21 und 60 Jahre
  • Maximal -18 Dioptrien bei Kurzsichtigkeit
  • Maximal +10 Dioptrien bei Weitsichtigkeit
  • Maximal +6 Dioptrien bei Hornhautverkrümmung

Implantierbare Kontaktlinsen sind grundsätzlich auch für Patienten geeignet, die eine verkrümmte oder sehr dünne Hornhaut haben. Solche Patienten kommen in der Regel für eine Laserbehandlung nicht infrage. Für Patienten mit sehr trockenen Augen gilt ähnliches.

Die ICL-Kontaktlinse wird in das Auge implantiert und dann hinter der Iris und vor der natürlichen Linse positioniert. Sie ist für andere unsichtbar und kann dauerhaft im Auge verbleiben. Nur im Rahmen einer augenärztlichen Untersuchung kann festgestellt werden, dass Sie eine implantierbare Kontaktlinse tragen.

Die implantierbaren ICL-Kontaktlinsen bleiben dauerhaft im Auge – wenn Sie wollen für immer! Wenn Sie möchten, können die implantierten Linsen aber auch wieder entfernt oder ausgetauscht werden. So haben Sie eine Flexibilität, die Ihnen keine andere Methode bieten kann!

Nein. Im Gegensatz zu herkömmlichen Kontaktlinsen, die auf der Hornhautoberfläche liegen, können implantierbare ICL-Kontaktlinsen weder verrutschen noch verschmutzen. Sie benötigen keine weitere Pflege. Sie sollten jedoch einmal jährlich zu einem augenärztlichen Routinecheck Ihrer Augen in das Wilhelminenhaus Kiel kommen.

Leider übernehmen die gesetzlichen Krankenversicherungen nicht die Kosten der Behandlung, da es sich nicht um eine Pflichtleistung handelt. Eventuell können aber die Behandlungskosten steuerlich abgesetzt werden. Wir werden Sie frühzeitig und ausführlich über die zu erwartenden Kosten informieren. Gerne können Sie telefonisch oder per E-Mail Kontakt zu uns aufnehmen und weitere Informationen zum Thema anfordern.

Grundsätzlich hat jede Operation ein gewisses Risiko. Durch unsere hochqualifizierten und verantwortungsvollen Fachärzte und Assistenten, unser Qualitätsmanagement und unsere moderne Ausstattung können wir das Risiko bei ICL-Eingriffen zwar auf ein Minimum reduzieren, aber nicht gänzlich ausschließen.

In sehr seltenen Fällen entzündet sich die Schnittstelle an der Hornhaut in den ersten Tagen nach der OP. Mithilfe einer antibiotischen Behandlung klingt die Entzündung jedoch in der Regel schnell wieder ab. Nur extrem selten kommt es zu Infektionen, die zu einer schweren Beeinträchtigung des Auges und der Sehkraft führen können.

Es kann ferner zu einer Über- oder Unterkorrektur der Sehkraft kommen, die einen Austausch der implantierbaren ICL-Kontaktlinsen notwendig macht. Darüber hinaus kann eine erhöhte Blendempfindlichkeit nach der OP bleiben.

Sehr selten kommt es nach Jahren des Tragens der ICL-Kontaktlinsen zu Veränderungen im Augeninneren, die einen Austausch der Linsen notwendig machen können. Das ist einer der Gründe, warum wir viel Wert auf eine gute Nachsorge legen und unseren Patienten anschließend jährliche Kontrolluntersuchung im Wilhelminenhaus Kiel empfehlen.

Implantierbare Kontaktlinsen – Fazit

Implantierbare Kontaktlinsen überzeugen auf ganzer Linie und für eine Implantation sprechen viele Gründe! Die Wichtigsten sind:

  • ICL-Kontaktlinsen sind für andere nicht sichtbar, langlebig und sehr angenehm zu tragen.
  • Implantierbare Kontaktlinsen haben einen großen Korrekturbereich und eignen sich auch für Patienten, deren Augen für eine andere Behandlungsmethode ungeeignet sind. Es sind verschiedene Mono- und Multifokallinsen verfügbar. Eine bekannte und sehr bewährte Linse ist z. B. die EVO Visian ICL.
  • Der Eingriff ist risikoarm und dauert nur wenige Minuten. Die implantierte Kontaktlinse bleibt normalerweise dauerhaft im Auge, sie kann aber bei Bedarf wieder entfernt werden, da es sich um ein reversibles Verfahren handelt. Die Heilung ist schmerzfrei und die Sehschärfe stellt sich schnell wieder ein.

Falls Sie nähere Informationen zu implantierbaren ICL-Linsen haben möchten oder einen Termin für einen unverbindlichen Eignungscheck wünschen, können Sie gerne telefonisch oder per E-Mail Kontakt zu uns aufnehmen. Unsere erfahrenen Augenärzte im Wilhelminenhaus Kiel freuen sich auf Ihren Besuch!