Multifokallinsen

Multifokallinsen (MIOL)

op-wilhelminenhaus-multifocale-linsenEine weitere, heute selbstverständliche Eigenschaft von Brillengläsern kann ebenfalls sozusagen aus der Brille heraus in das Auge hineinverpflanzt werden: die Eigenschaft der Mehrfokalität. Dies bedeutet, daß ein Brillenglas sowohl in der Ferne als auch in der Nähe und möglicherweise ebenfalls in einem Mittelbereich scharf abbildet. Bei Brillengläsern erreichen wir dieses mehrfokale Sehen heutzutage durch moderne Gleitsichtgläser, ohne die kaum ein älterer Mensch auskommt.

 

Seit einer Reihe von Jahren gibt es sog. multifokale Intraokularlinsen (MIOL), die gleichzeitig sowohl in der Ferne als auch in einem Nahfokus scharf abbilden. Klassischerweise haben diese MIOL zwei Scharfbereiche, nämlich einen in der Ferne und einen in der Nähe. Zunehmend kommen aber heute auch sog. trifokale Linsen zur Anwendung. Sie bieten zusätzlich auch in den Zwischenbereichen (Intermediärbereich) ein brauchbares Sehvermögen ohne Brille.

 

Die aktuelle Entwicklung auf diesem Sektor sind Linsen mit einem sog. „erweiterten Sehbereich“. Der Vorteil dieser Linsen besteht darin, daß unerwünschte optische Phänomene, die ansonsten bei MIOL vorkommen können, deutlich reduziert sind.

 

Bei einem entsprechenden Brillenglas kann man zwischen den einzelnen Brennpunkten in der Ferne und in der Nähe durch Blickrichtungsänderung wechseln. Dies ist bei einer in das Auge eingebauten MIOL naturgemäß nicht möglich. Hier muß der Träger gewissermaßen mit dem Gehirn den jeweils aktuellen Fokus wählen.

 

Aus all dem wird klar, daß das Sehen mit einer Multifokal-IOL sehr komplex ist und besondere Anforderungen an den Träger stellt. Derartige Linsen kommen deshalb nicht für jeden Patienten gleichermaßen in Frage. In einem ausführlichen präoperativen Gespräch muß individuell festgelegt werden, für wen eine derartige Linse einen Gewinn darstellen könnte.

 

Leider gibt es keinen verläßlichen Test, mit dessen Hilfe präoperativ festzustellen wäre, ob ein bestimmter Patient mit einer MIOL zurechtkommen würde oder eher nicht.

 

In jedem Fall aber stellen Multifokal-IOL eine heutzutage nicht mehr wegzudenkende Bereicherung des Intraokularlinsen-Spektrums dar. Diese Linsen werden deshalb im OP-ZENTRUM WILHELMINENHAUS von Dr. Walpuski und Dr. Kiese in geeigneten Fällen implantiert.