Netzhaut- und Glaskörperchirurgie

Netzhaut- und Glaskörperchirurgie

Meistens wird die Behandlung im Rahmen einer sogenannten Pars-plana-Vitrektomie durchgeführt. Im einem bestimmten Bereich des Auges, der sogenannten Pars plana, können Netzhautspezialisten in den Glaskörper des hinteren Teils des Auges eindringen. Unter Zuhilfenahme modernster Technik kann über winzige Zugänge von 0.5 bis 0.6mm Breite an dieser Stelle so sanft und präzise gearbeitet werden, dass die entstandenen Wunden nicht einmal genäht werden müssen.

Dies gilt auch für die so gefürchtete Netzhautablösung, die einen augenärztlichen Notfall darstellt und unbehandelt zur Erblindung führt. Ein zügig durchgeführter Eingriff kann in der Regel die gefährdete Sehkraft retten. Gelegentlich wird zur Sicherung des Operationsergebnis Silikonöl in den Glaskörperraum eingegeben. Dieses muss dann einige Monate später in einem zweiten Eingriff entfernt werden.

Bei weniger ausgeprägten Formen der Netzhautablösung kann durch eine Vereisung (Netzhautkryokoagulation) das betroffene Areal von Außen verödet werden. Gelegentlich müssen zusätzlich den Augapfel eindellende Verfahren angewandt werden (Plombe/Cerclage).

Manchmal entwickelt sich eine Netzhauterkrankung auch langsam über Jahre, zum Beispiel wenn eine feine Haut über die Makula, den Punkt des schärfsten Sehens, wächst (Epiretinale Gliose). In weit fortgeschrittenen Fällen gehen diese sogenannten Membranen mit Löchern in der zentralen Netzhaut einher (Makulaforamen).

Patienten mit dieser Erkrankung haben mit dem betreffenden Auge Schwierigkeiten, Gesichter zu erkennen oder zu lesen. Häufig werden gerade Linien mit einer Delle oder als Schlangenlinien wahrgenommen. Am Ende einer Operation wird bei diesen Erkrankungen meistens Gas in den Glaskörperraum eingebracht. Die Patienten werden dann gebeten, am Tag der Behandlung bis zum nächsten Kontrolltermin beim Augenarzt den Kopf nach unten zu halten, damit die Gasblase durch ihren Druck nach oben die Makula fest andrücken kann.

Zwischen Augenlinse und Netzhaut können sich im Glaskörper auch Trübungen bilden. Bis zu einem gewissen Grad ist das durchaus normal und ungefährlich. Häufig nehmen wir diese Trübungen sogar gar nicht wahr. In manchen Fällen sind die Trübungen jedoch so massiv oder liegen so ungünstig, dass sie im Alltag als sehr störend empfunden werden. In diesen Fällen kann nach eingehender Untersuchung der Netzhaut der Glaskörper mit seinen Trübungen in einem Routineeingriff entfernt werden.

Erkrankungen an Netzhaut und Glaskörper können dramatische Folgen für die Sehkraft haben und zur Erblindung führen. Das liegt vor allem daran, dass die Netzhaut zum Nervengewebe zählt und ihre Nervenfasern alle Seheindrücke direkt ins Gehirn weiterleiten.

Dennoch können eine Vielzahl dieser Krankheiten gerade bei frühzeitiger Diagnosestellung schonend mit einem operativen Eingriff behandelt und geheilt werden.

Das operative Spektrum umfasst:

  • Netzhautablösungen
  • Diabetische Netzhautveränderungen
  • Epiretinale Gliosen
  • Makulaforamen
  • Massive Glaskörpertrübungen
  • Subretinale Massenblutungen
  • Exsudative (feuchte) Makuladegeneration
  • und weitere seltenere Erkrankungen