Die Katarakt
Eine Katarakt ist eine Linsentrübung, die sich in der normalerweise klaren Linse des Auges entwickelt. Die Augenlinse ist ca. 9-10 mm groß und bündelt einfallende Lichtstrahlen. Durch die Trübung der Augenlinse werden einfallende Lichtstrahlen nicht mehr gebündelt und auf die Netzhaut fokussiert. Das Licht wird vielmehr gestreut und absorbiert.
Grauer Altersstar
Die häufigste Form des Grauen Stars (Cataracta senilis) ist der sog. Altersstar infolge des normalen Alterungsprozesses. Bei fast jeder Person über 70 Jahren lassen sich Trübungen der Linse nachweisen, die jedoch meist asymptomatisch bleiben und nicht behandelt werden müssen. Ursache ist zumeist, dass bestimmte Stoffwechselprozesse der Linse nicht mehr aufrechterhalten werden können. Die Linse quillt auf und trübt ein.
Klassifikation des Altersstars:
Rindenstar (Cataracta corticalis)
Diese Form betrifft etwa 50 Prozent der an Altersstar leidenden Personen. Es bilden sich sog. Wasserspalten zwischen den zerfallenden Faserbündeln der Linsenrinde, die nach Jahren zu speichenförmigen gräulich-weißen Trübungen der Linse werden können. Patienten klagen über Probleme bei der Fern- und Nahsicht.
subkapsuläre hintere Schalentrübung (Cataracta subcapsularis posterior)
Hiervon sind ca. 20 Prozent der an Altersstar Erkrankten betroffen. Die Trübung sitzt direkt der hinteren Linsenkapsel auf. Die Eintrübung schreitet schnell voran und führt zu Sehstörungen, vor allem bei Nahsicht.
Kernstar (Cataracta nuclearis)
Beim Kernstar verhärtet sich der zentrale Teil der Linse. Es kommt zu einer sich langsam entwickelnden bräunlichen Trübung der Linse und zu einer Zunahme der Brechkraft des Linsenkerns.
Beim Kernstar entwickelt sich oftmals eine Kurzsichtigkeit, was die Weitsicht deutlich stärker einschränkt als die Nahsicht.
Toxischer Grauer Star
Bestimmte Medikamente können, wenn sie jahrelang eingenommen werden, zu Linsentrübungen führen. Dies gilt zum Beispiel für Patienten, die über einen längeren Zeitraum Kortison nehmen müssen. Das Erscheinungsbild des Kortisonstares ist eine schalenförmige hintere Rindentrübung.
Andere toxische Katarakte können durch die Anwendung des Psychopharmakons Chlorpromazin, Miotika (die Pupille verengende Wirkstoffe; insbesondere die Gruppe der Cholinesterasehemmer) und Busulfan (Myleran), ein das Zellwachstum hemmenden Wirkstoff (Zytostatikum), entstehen.
Grauer Star durch physikalische Einflüsse
Physikalische Einflüsse können die Linsenkapsel beschädigen. Dadurch kann Flüssigkeit in die Linse eindringen. Es kommt zu einer Quellung und Trübung der Linse.
Cataracta traumatica:
Bei Prellungen des Auges z.B. durch einen Faustschlag oder durch einen Gegenstand kann sich in der Folge ein Grauer Star entwickeln. Dieser sog. Kontusionsstar hat ein typisches blütenartiges Aussehen und entsteht an der vorderen oder hinteren Kapsel. Die Trübung wandert über Jahre hinweg in tiefere Schichten.
Ähnliches gilt für Stichverletzungen mit einer Beschädigung der Linse und bei tief eindringenden Fremdkörpern, wie man sie häufig bei Hammer- und Meißelarbeiten findet.
Röntgenstar:
Diese Kataraktform kann infolge Einwirkung von Gamma-, Beta- oder Röntgenstrahlen ab 2-5 Gy Gesamtdosis nach etwa zwei Jahren auftreten. Erscheinungsbild: scheibenförmige hintere Poltrübung der Linse.
Infrarotstar:
Nach jahrzehntelanger Exposition mit Infrarotstrahlen kann es zu einer beidseitig auftretenden scheibenförmigen Trübung am hinteren Linsenpol kommen. Die vordere Kapsellamelle kann sich ablösen.
Angeborener Grauer Star
Es gibt zwei Formen des angeborenen Grauen Stars (Cataracta congenita):
angeborener, vererbter Grauer Star:
Ursache ist hier eine genetisch fixierte Fehlbildung oder ein genetisch bedingter Enzymdefekt der zu einer Stoffwechselstörung führt, die wiederum eine Linsentrübung bedingt.
Die Galaktosämie ist eine seltene angeborene Stoffwechselstörung bei der sich zu viel Galaktose (ein Zucker) im Blut befindet. Bei dieser Erkrankung kann es in den ersten Lebenstagen (-wochen) zu einer hinteren Rindentrübung kommen. Bei rechtzeitiger Behandlung einer galaktosefreien Diät kann sich der Katarakt zurückbilden.
Auch bei Chromosomenabweichungen (Trisomie 13 oder 15, Down-Syndrom) kann es zur Ausbildung eines Kataraktes kommen.
angeborener, nicht vererbter Grauer Star:
Diese Form des Grauen Stars ist die Folge einer Virusinfektion (Röteln, Mumps, Hepatitis, Toxoplasmose, etc.) während der ersten drei Monate einer Schwangerschaft.
Sekundärer Grauer Star
Die Formen des sekundären Grauen Stars haben ihre Ursache zumeist in Stoffwechselerkrankungen und Allgemeinerkrankungen.
Cataracta diabetica
Bei der Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) ist der Zuckergehalt auch im Kammerwasser erhöht.. Kleine Glukoseteilchen werden in der Linse eingelagert, binden Flüssigkeit und lassen so die Linse aufquellen.
Bei Typ-I-Diabetikern können schon in jungen Jahren beidseitige, schneeflockenartige oder wolkige, subkapsuläre Trübungen auftreten. Bei Typ-II-Diabetikern wird ein frühes und häufigeres Auftreten des Grauen Stars beobachtet.
Cataracta tetanica
Bei einer zu niedrigen Calciumkonzentration im Blut kann es zu einer anfallsartigen Verkrampfung der Muskulatur (Tetanie) kommen. Dies führt zu einer beidseitig subkapsulär beginnenden glitzernden punktförmigen Linsentrübung.
Cataracta myotonica
Durch eine dominant erbliche degenerative Muskelerkrankung (Curschmann-Steinert-Batton-Syndrom) kann es zur Ausbildung eines Grauen Stars kommen. Es tritt fast immer ein beidseitiger Katarakt auf. Erscheinungsbild: glitzernde punktförmige Trübung.
Cataracta syndermotica
Ein Katarakt kann auch im Gefolge einer Hautkrankheit auftreten, z.B. bei Neurodermitis. Die Haut und die Linse haben entwicklungsgeschichtlich den gleichen Ursprung. Es kommt zu einer Rindentrübung.
Grauer Star (Katarakt)
Trübungen der Linse werden als Katarakt (Grauer Star) bezeichnet. Verschiedene Ursachen können zu einer Stoffwechselstörung der Augenlinse führen. Bestimmte Substanzen werden dann nicht mehr abtransportiert und lagern sich in der Linse ein.
Die Linse des Auges hat die gleiche Funktion wie die Linse des Objektivs eines Fotoapparates: Die gesunde Linse erzeugt im Auge ein scharfes Bild. Beim Grauen Star verliert das gesehene Bild immer mehr an Schärfe.
Ursachen:
- altersabhängige Linsenveränderungen (meist erst ab 60 Jahren)
- Stoffwechselerkrankungen z.B. Diabetes mellitus
- seltene angeborene Defekte
- Verletzungen (Traumata)
- radioaktive Strahlung
Häufig bemerkt der Patient selber über längere Zeit nichts, da es sich in der Regel um ein langsames Voranschreiten handelt. Symptome:
- Verschwommensehen
- Kontraste verlieren an Schärfe
- Farben verlieren an Leuchtkraft
- Sicht wie durch ein "Milchglas"
- Änderung der Brillenstärke durch zunehmende Kurzsichtigkeit
- Lichtempfindlichkeit, Blendung
- Doppelbilder
Medikamentös ist der Graue Star nicht behandelbar, die getrübte Linse muss operativ entfernt werden. Die Aussicht auf Herstellung der vollen Sehschärfe durch eine Operation sind sehr gut, sofern keine weiteren Augenerkrankungen vorliegen.
Die häufigste Form des Grauen Stars (Cataracta senilis) ist der sog. Altersstar infolge des normalen Alterungsprozesses. Bei fast jeder Person über 70 Jahren lassen sich Trübungen der Linse nachweisen, die jedoch meist asymptomatisch bleiben und nicht behandelt werden müssen. Ursache ist zumeist, dass bestimmte Stoffwechselprozesse der Linse nicht mehr aufrechterhalten werden können. Die Linse quillt auf und trübt ein.
